Weitere Leit-Texte

 

Der Künstler bei der Arbeit

 

Wenn ein Meister ein Bild macht

aus einem Stück Holz oder einem Stein,

so trägt er das Bild nicht in das Holz hinein;

vielmehr schneidet er die Späne ab,

die das Bild verborgen und verdeckt hatten.

Er gibt dem Holz nichts,

sondern er nimmt und gräbt ihm die Decke ab

und nimmt den Rost weg,

 - und dann erglänzt,

was darunter verborgen lag.

 

Meister Eckehart

 

 

Leg mein Gesicht frei

 

Leg mein Gesicht frei, mach mich schön.

Wer mich entlarvt, wird mich finden.

Ich hab Gesichter, mehr als zwei,

Augen, die tasten vor im Blinden,

Herzen aus Angst, die vor Angst vergehn.

Leg mein Gesicht frei, mach mich schön.

 

Leg mein Gesicht frei, mach mich schön.

Wer sich entlarvt sieht, wird gefunden

und wird ganz neu sich selbst verstehn,

wird leben, offen, unumwunden

und nirgends hin verloren gehn.

Leg mein Gesicht frei, mach mich schön.

 

Huub Osterhuis

 

 

 Heute noch

 

Heute noch miteinander reden.

Zurückgehen,

das Gespräch von neuem beginnen.

Morgen könnte einer von uns tot,

stumm,

blind,

gelähmt sein.

Heute noch zurückgehen,

noch einmal hören,

sich überwinden,

verzeihen,

das Urteil über einen Menschen aufheben.

Heute noch,

die Sonne wird über zwei Versöhnten untergehen.

 

Martin Gutl

 

 

Leben wie eine Ruine

 

Selbst wenn uns das Leben wie eine Ruine vorkommt,

auch wenn wir manchmal den Eindruck haben,

es ist alles zusammengebrochen - den Schatz,

unser wahres Leben, kann niemand und nichts antasten.

Oft ist es ein totaler Zusammenbruch,

der uns die Sicht zum Wesentlichen öffnet.

Manchmal ist es der drohende Tod selbst,

der uns das Tor zu unserer wahren Seinsebene öffnet.

 

Williges Jäger

 

 

Ein Schrei nach Liebe

 

Jedes Verhalten, das nicht von Liebe geprägt ist, ist ein Schrei nach Liebe, ein Schrei, der besonders nach deiner Liebe verlangt.

 

Chuck Spezzano

 

 

Laß dich von mir nicht täuschen!

 

Laß dich von mir nicht täuschen durch die Maske, die ich trage.
Ja, ich trage viele Masken, die mein wirkliches Ich verdecken
und ich habe Angst, sie abzunehmen.

 

Vortäuschen ist mir zur zweiten Natur geworden;
aber lass dich um Himmels Willen nicht irreführen.

 

Du meinst, dass ich mein Leben fest im Griff habe und keine Hilfe brauche.

 

Aber glaube mir nicht, bitte!

Meine Selbstsicherheit ist nur Schein, und der trügt.

Darunter wohnt mein wirkliches Ich, verwirrt, allein und voller Furcht.

Aber das will ich verbergen, niemand soll wissen, wie es um mich steht.

Deshalb verstecke ich mich hinter der Maske von lässiger Selbstsicherheit,

um mich vor wissenden Blicken zu schützen.

Und doch ist gerade dieses Wissen meine Rettung, meine einzige Rettung.

Allerdings nur dann, wenn dem Verstehen Annahme folgt und dann Liebe.

 

Das allein kann mich davon überzeugen, was ich selbst nicht glauben kann:

 

Dass ich etwas wert bin.

Aber das sage ich dir nicht, weil ich es nicht wage.

Ich habe Angst, dass du mich nicht verstehen und annehmen kannst.

Ich habe Angst, dass du mich verachtest und auslachst und das könnte
ich nicht ertragen.

 

Ich habe Angst, dass ich nichts wert bin und zu nichts tauge und dass du
das erkennst und mich ablehnst.

 

Deshalb treibe ich dieses elende Spiel, äußerlich selbstsicher und innerlich verzweifelt.

 

Du fragst, wer ich bin?

 

Ich bin jeder Mann und jede Frau, die dir begegnen!

 

Aus dem Englischen frei übersetzt. Verfasser unbekannt

 



 





     Ulrike Börner 

Ehe- und Lebensberaterin

  Hans-Erich Börner

    Business-Coach

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